AIOS schafft Vertrauen

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Marco Schneider und Matthias Giese
„Es gibt ja viele Absichtserklärungen in Sachen Bürokratie. Wir haben auch viele Versuche in den letzten Jahren erlebt, Wirtschaft von Bürokratie zu befreien […]. Aber Fakt ist, wir haben in Deutschland 1.800 Gesetze, […] fast 3.000 Rechtsverordnungen und jedes Jahr kommen noch mal 100 dazu.“

So Peter Adrian, DIHK-Präsident, im Deutschlandfunk-Interview vom 10.06.2026.

Der Satz beschreibt das Grundproblem sehr treffend: Bürokratieabbau ist seit Jahren politisches Ziel. Gleichzeitig wächst der Regelungsbestand weiter.

Die Bundesregierung hat den Anspruch zuletzt wieder hoch angesetzt: weniger Bürokratiekosten, weniger Erfüllungsaufwand, eine schärfere Bürokratiebremse und ein jährliches Rückbaugesetz. Organisatorisch ist bereits einiges in Bewegung gekommen.

Für Unternehmen entscheidet sich der Erfolg solcher Vorhaben aber nicht an der politischen Überschrift. Entscheidend ist, ob Nachweise und Berichtspflichten tatsächlich wegfallen, Verfahren kürzer werden und Regeln einfacher anzuwenden sind.

Erste Schritte sind erkennbar, gleichzeitig bleibt die Unterscheidung wichtig: Ankündigung ist nicht Rechtslage. Und Rechtsänderung ist noch nicht automatisch spürbare Entlastung im Unternehmensalltag.

Genau hier setzt unsere neue Reihe „Bürokratieabbau im Blick“ an. Wir ordnen ein, welche Vorhaben tatsächlich vorankommen, welche bislang bloße Ankündigung geblieben sind und wo Unternehmen mit praktischer Entlastung rechnen können. Die Reihe erscheint künftig anlassbezogen und in unregelmäßiger Folge.

In den nächsten Ausgaben richten wir den Blick unter anderem auf geplante Länderregelungen, nach denen zum Beispiel bestehende Pflichten für ihren Fortbestand neu begründet werden müssen. Außerdem schauen wir auf einzelne Maßnahmen, bei denen sich besonders genau zeigen wird, ob aus Entbürokratisierung tatsächlich weniger Aufwand wird.

Nicht die politische Überschrift entscheidet, sondern die Wirkung im Unternehmensalltag.

Viel Spaß beim Lesen.