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Marco Schneider und Matthias Giese
Data Poisoning & M&A: Wenn Daten zum Deal-Risiko werden
Laut dem Varonis 2025 State of Data Security Report setzen 99 % der Unternehmen ihre KI-Tools sensiblen Daten auf potenziell riskante Weise aus. Eine Zahl, die aufhorchen lässt – insbesondere im Kontext von M&A-Transaktionen. Denn genau hier entsteht ein oft unterschätztes Risiko: Data Poisoning.

Warum Data Poisoning für Transaktionen relevant ist
KI-Modelle sind längst fester Bestandteil moderner Geschäftsmodelle. Sie steuern Forecasts, beeinflussen Pricing-Strategien und unterstützen Risikoentscheidungen. Doch ihre Verlässlichkeit hängt unmittelbar von der Qualität der zugrunde liegenden Daten ab.

Werden Trainingsdaten - bewusst oder unbewusst - manipuliert, hat das direkte Auswirkungen auf:
Unternehmensbewertungen  
Businesspläne
Investitionsentscheidungen

Damit wird aus einem  technischen Problem schnell ein finanzielles Risiko.

Konkrete Auswirkungen auf M&A-Prozesse
In der Praxis kann Data Poisoning zu einer Reihe kritischer Fehlentwicklungen führen:
Verzerrte Finanzprognosen
durch manipulierte oder fehlerhafte Datensätze  
Fehlgeleitete KI-Modelle, die falsche Entscheidungsgrundlagen liefern  
Intransparente Risiken in datengetriebenen Geschäftsmodellen  
Erhöhte Cyber- und Reputationsrisiken nach dem Closing    

Besonders problematisch: Manipulierte Daten gelangen häufig über externe Quellen, automatisierte Schnittstellen oder entlang komplexer Datenlieferketten ins Unternehmen – oft ohne ausreichende Validierung oder Kontrolle.

Zwei Formen von Data Poisoning
Nicht jede Manipulation wirkt gleich. Grundsätzlich lassen sich zwei Angriffstypen unterscheiden:

Targeted Poisoning

Gezielte Eingriffe, um konkrete Modellergebnisse zu beeinflussen – etwa  zur Verzerrung von Kreditentscheidungen oder Risikobewertungen.  

Untargeted Poisoning
Breitere Manipulationen, die die Gesamtqualität eines Modells verschlechtern und es unzuverlässig machen.

Beide Varianten können im M&A-Kontext erhebliche Folgen haben – insbesondere, wenn sie unerkannt bleiben.

Was bedeutet das für die Due Diligence?
Die klassische Financial und Legal Due Diligence greift hier zu kurz. Eine moderne Transaktionsprüfungsollte deshalb auch daten- und KI-spezifische Aspekte berücksichtigen:
Analyse der Datenherkunft (Data Lineage)
und eingesetzten Datenquellen  
Überprüfung der Modell-Performance
, inklusive Anomalien und Drift  
Bewertung der Data-Governance-Strukturen  
Etablierung von Zero-Trust-Prinzipien
für Daten und  Trainingsprozesse
Nur so lässt sich beurteilen, ob die zugrunde liegenden Modelle tatsächlich belastbare Ergebnisse liefern – oder auf unsicheren Daten basieren.

Fazit
Daten sind heute einzentraler Werttreiber in M&A-Transaktionen – aber gleichzeitig auch einpotenzieller Risikofaktor. Wer KI-basierte Geschäftsmodelle bewertet, darf sich nicht auf Algorithmen allein verlassen. Entscheidend ist die Frage: Wie vertrauenswürdig sind die Daten dahinter?