Data Poisoning & M&A: Wenn Daten zum Deal-Risiko werden
Laut dem Varonis 2025 State of Data Security Report setzen 99 % der Unternehmen ihre KI-Tools sensiblen Daten auf potenziell riskante Weise aus. Eine Zahl, die aufhorchen lässt – insbesondere im Kontext von M&A-Transaktionen. Denn genau hier entsteht ein oft unterschätztes Risiko: Data Poisoning.
Warum Data Poisoning für Transaktionen relevant ist
KI-Modelle sind längst fester Bestandteil moderner Geschäftsmodelle. Sie steuern Forecasts, beeinflussen Pricing-Strategien und unterstützen Risikoentscheidungen. Doch ihre Verlässlichkeit hängt unmittelbar von der Qualität der zugrunde liegenden Daten ab.
Werden Trainingsdaten - bewusst oder unbewusst - manipuliert, hat das direkte Auswirkungen auf:
Unternehmensbewertungen
Businesspläne
Investitionsentscheidungen
Damit wird aus einem technischen Problem schnell ein finanzielles Risiko.
Konkrete Auswirkungen auf M&A-Prozesse
In der Praxis kann Data Poisoning zu einer Reihe kritischer Fehlentwicklungen führen:
Verzerrte Finanzprognosen durch manipulierte oder fehlerhafte Datensätze
Fehlgeleitete KI-Modelle, die falsche Entscheidungsgrundlagen liefern
Intransparente Risiken in datengetriebenen Geschäftsmodellen
Erhöhte Cyber- und Reputationsrisiken nach dem Closing
Besonders problematisch: Manipulierte Daten gelangen häufig über externe Quellen, automatisierte Schnittstellen oder entlang komplexer Datenlieferketten ins Unternehmen – oft ohne ausreichende Validierung oder Kontrolle.
Zwei Formen von Data Poisoning
Nicht jede Manipulation wirkt gleich. Grundsätzlich lassen sich zwei Angriffstypen unterscheiden:
Targeted Poisoning
Gezielte Eingriffe, um konkrete Modellergebnisse zu beeinflussen – etwa zur Verzerrung von Kreditentscheidungen oder Risikobewertungen.
Untargeted Poisoning
Breitere Manipulationen, die die Gesamtqualität eines Modells verschlechtern und es unzuverlässig machen.
Beide Varianten können im M&A-Kontext erhebliche Folgen haben – insbesondere, wenn sie unerkannt bleiben.
Was bedeutet das für die Due Diligence?
Die klassische Financial und Legal Due Diligence greift hier zu kurz. Eine moderne Transaktionsprüfungsollte deshalb auch daten- und KI-spezifische Aspekte berücksichtigen:
Analyse der Datenherkunft (Data Lineage) und eingesetzten Datenquellen
Überprüfung der Modell-Performance, inklusive Anomalien und Drift
Bewertung der Data-Governance-Strukturen
Etablierung von Zero-Trust-Prinzipien für Daten und Trainingsprozesse
Nur so lässt sich beurteilen, ob die zugrunde liegenden Modelle tatsächlich belastbare Ergebnisse liefern – oder auf unsicheren Daten basieren.
Fazit
Daten sind heute einzentraler Werttreiber in M&A-Transaktionen – aber gleichzeitig auch einpotenzieller Risikofaktor. Wer KI-basierte Geschäftsmodelle bewertet, darf sich nicht auf Algorithmen allein verlassen. Entscheidend ist die Frage: Wie vertrauenswürdig sind die Daten dahinter?